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Günther Widenhorn
Die Technik des Holzdrucks
Arbeitsweise beim Farbholzschnitt
Die alten Druckverfahren werden nur im künstlerischen Bereich noch ohne große Apparaturen praktiziert, da sie vielfache Möglichkeiten persönlicher Gestaltung zulassen und den Anreiz zum Experimentieren bieten. Der Hochdruck zählt zu der Gattung handwerklich geprägter Künste, die nicht nur ein hohes Maß an Kreativität aufweisen sollen, sondern auch nach solider handwerklicher Arbeit beurteilt werden.
Meine 25-jährige Erfahrung in der Malerei nehme ich in den Farbholzschnitt auf und komme daher auf eine, für den Holzschnitt neue Ausdrucksweise.
Fasziniert vom sinnlich-haptischen Erlebnis der Holzbearbeitung und vom handwerklichen Aspekt des Druckvorganges entsteht in meinem Atelier eine vereinfachte Formsprache aus Farben, Linien und Flächen hin zum eigenständigen Bild.
Es geht dabei nicht nur um Abstrahierung und Vereinfachung des Ausdrucks, sondern um eine Steigerung, sodass das Motiv eine gewisse Anonymisierung erfährt.
Der technische Weg ist dabei vielfältig. Es entstehen Drucke bei denen für jede eingesetzte Farbe ein Druckstock angefertigt wird. Beim verlorenen Druck wird für jede Farbe, nach jedem Druck, auf dem Druckstock weiter geschnitten. Mit Masken, Einlagen, Negativzeichnungen kommen Monotypien und weitere Gestaltungsmöglichkeiten zur Anwendung.
Da nach jedem Druck die Trocknungszeit abzuwarten ist, vergehen bei der Anwendung von Farben auf Ölbasis gut vier Wochen, bis das Ergebnis beurteilt werden kann.
Der experimentelle Druck nimmt gestalterische Elemente und Techniken aus der Malerei auf, ohne dabei seine Material-Eigenschaften zu verlieren. In kleiner Auflage hergestellt, offenbart er seine handwerkliche Herkunft und ist mit jedem Blatt ein Original.