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1. Aktzeichnen 2009 PDF Drucken E-Mail

Nackte Tatsachen: Öffentliches Aktmalen

Die Freiburger Künstler Matthias Hickel und Viktor Knack malten in der Regio Galerie live Akte - und das Publikum durfte über die Schulter schauen. Ein Aktmodell, das sich öffentlich zeichnen lässt, kommt selten vor. Barbara (Name geändert) gehört zu den wenigen Modellen, die einer öffentlichen Aktmalerei zustimmen.

"Gleich kommt unser Aktmodell. Wir nennen sie heute Barbara. Ihr wirklicher Name wird nicht verraten", sagt Künstler Mattias Hickel und setzt sich vor seinen Zeichenblock. Acht andere Zeichner warten auf Barbara. Es sind Besucher der Regio Galerie darunter, aber auch Schülerinnen der Freiburger Malschule von Viktor Knack und Hobbyzeichner.

Barbara kommt aus einem Hinterraum. Sie ist mit einem weiß-rosa Bademantel bekleidet, den sie ablegt, sobald sie vor den Zeichnenden steht. "Vielleicht erst einmal 15 Minuten stehen?" Künstler Matthias Hickel handelt mit Barbara die erste Position aus, in der sie gezeichnet werden soll. Leichter Ausfallschritt, rechter Arm in die Hüfte gestützt und den Kopf leicht zur Seite geneigt. Es kann losgehen. Einziges Geräusch im Raum machen die Malstifte der Zeichner, die über das Papier huschen und der kleine Heizugslüfter, der dem Aktmodell Wärme ins Gesicht pustet. Matthias Hickel zeichnet mit raschen Kreidestrichen die Konturen aufs Papier und die Minuten vergehen schnell. "15 Minuten sind um." Barbara schlüpft in den Bademantel, die Zeichner ordnen Stifte und Papier – auf geht's in die nächste Runde.

Öffentliches Aktmalen ist eine seltene Angelegenheit, weil viele Modelle nicht bereit dazu sind, ihre Körper einem größeren Publikum zu präsentieren. Um Barbaras Identität zu schützen, darf man sie nicht fotografieren. Der kleine Kreis, der sich zur Aktmalerei eingefunden hat, besteht aus lauter Kunstinteressierten. Schaulustige oder gar Voyeure sind nicht auszumachen.

Inzwischen hat sich auch der zweite Künstler Viktor Knack vor seiner Staffelei bereit gemacht. Er malt mit Acrylfarben und beginnt sein Bild mit großen, mutigen Pinselstrichen. "Das wird toll", raunt eine Zuschauerin.

Den ganzen Abend über lag viel Eifer, aber auch eine Spur von Spannung in der Luft. Wenn man sich an die Atmospäre gewöhnt hat, ist es wirklich spannend, den Künstlern über die Schulter zu schauen, um zu sehen, wie eine Aktzeichnung entsteht.

Der nächste und letzte Termin für das Öffentliche Aktmalen ist am 19. Februar. Die Ausstellung "Akte '09" mit erotischen Werken von Matthias Hickel und Viktor Knack ist bis zum 21. Februar in der Regio Galerie zu sehen.

 


Dieser Bericht stammt nicht aus unserer Feder. Er wurde aus dem Bericht von gina, aus dem
Online Verlag der Badischen Zeitung: fudder entnommen, abgeändert und gekürzt. Danke an gina.

 

Hier können Sie die entsprechenden Bilder erleben: → → 

 

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